veröffentlicht am 6. Mai 2026

Bei unserer diesjährigen Vereinsmeisterschaft gab es ein Ergebnis, das genau in die Entwicklung des modernen Schachs passt: Unser neuer Vereinsmeister Lovis Neo Karlinder ist gerade einmal 16 Jahre alt und ist damit der Jüngste Vereinsmeister in der Geschichte unseres mehr als 100 Jahre alten Vereins.
Nebenstehend ist die Abschlußtabelle der Vereinsmeisterschaft abgebildet.
Natürlich ist eine Vereinsmeisterschaft nicht mit einer Weltmeisterschaft zu vergleichen. Aber ein Blick auf die große Schachwelt zeigt, dass unser junger Vereinsmeister mit seinem Alter durchaus einem bemerkenswerten Trend folgt. Denn auch an der Weltspitze wird das Schach zunehmend von sehr jungen Spielern geprägt. Während es früher geradezu selbstverständlich war, dass die großen Meister sehr viele Jahre Erfahrung mitbringen mussten, drängen heute immer häufiger Teenager und Anfang-Zwanziger ganz nach oben. Die moderne Schachausbildung, Computerprogramme, Online-Schach und die Möglichkeit, bereits in jungen Jahren mit den Partien der weltbesten Spieler zu lernen, haben die Entwicklung enorm beschleunigt. Die jüngsten Weltklassespieler sitzen dabei keineswegs nur am Rand des Geschehens, sondern kämpfen im Alter von knapp 20 nun um die Weltmeisterschaft.
Das ist nicht nur ein schöner Erfolg für unseren jungen Spieler, sondern auch ein Zeichen dafür, wie sehr sich das Schach verändert hat. Talent braucht heute offenbar nicht mehr erst Jahrzehnte, um sich seinen Weg nach oben zu bahnen. Wer früh beginnt, intensiv trainiert und die Möglichkeiten der modernen Schachwelt nutzt, kann schon in jungen Jahren erstaunliche Spielstärke entwickeln. Am Brett zählen am Ende nicht die Lebensjahre, sondern die Stellung, der nächste Zug – und die Fähigkeit, im entscheidenden Moment die richtige Idee zu finden. Und Lovis hat diese Fähigkeit in diesem Jahr eindrucksvoll unter Beweis gestellt.
Auch die Zweit- und Drittplatzierten, Paul Mielke und Stepfan Lindemann, gehören in unserem Verein zur jüngeren Garde.